Goethe und die Rechtschreibreform

Nein, es geht hier nicht darum, was der große Dichter zur Rechtschreibreform gemeint hätte. Solche Spekulationen überlasse ich lieber anderen. Es geht hier nur darum, wie man seinen Namen schreibt.

Frage:

Letztens sah ich im Internet für den Dichter und Denker Goethe die Schreibweise Göthe mit ö statt oe. Können Sie mir bitte sagen, ob die seltsame Schreibweise Göthe nach neuer Rechtschreibung tatsächlich erlaubt ist?

Antwort:

Sehr geehrte Frau S.,

die geltende offizielle Rechtschreibregelung gibt an verschiedenen Stellen an, dass die Schreibung von Eigennamen von den allgemeinen Rechtschreibregeln abweichen kann. Die Reform wirkt sich also nur bedingt auf die Schreibung von Eigennamen aus. Denken Sie nur z.B. an Schmitt und Schmidt, Schmied und Schmid oder Meier, Meyer, Maier und Mayer. Bei der Schreibung ö und deren Variante oe hat sich ohnehin nichts geändert. Außerdem war das oe im Namen des Dichterfürsten schon vor der Reform eine orthographische Ausnahmeerscheinung.

Wir vertreten die Ansicht, dass Eigennamen nach den offiziellen Registern und/oder dem allgemeinen Gebrauch geschrieben werden sollten. Wir (wie z. B. auch die Rechtschreibwörterbücher von Duden und Wahrig) empfehlen deshalb nach wie vor als einzig richtige Schreibung: Goethe.

Siehe im Canoonet-Rechtschreibwörterbuch Goethe (und zur Kontrolle auch Göthe).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

K.