Kommas richtig setzen ist nicht immer einfach – Infinitivgruppen als Subjekt

Frage

„Die Elekotromobilität effektiv fördern(,) ist ein wichtiger Schritt bei der Reduktion der CO2-Emissionen.“ Muss nach „fördern“ eine Komma stehen?

Antwort

Sehr geehrter Herr Z.,

erweiterte Infinitive am Satzanfang stehen meistens mit zu. Dann gilt die Regel, dass die Infinitivgruppe durch ein Komma abgetrennt werden kann, um die Struktur des Gesamtsatzes zu verdeutlichen. In den folgenden Sätzen kann das eingeklammerte Komma also stehen, es kann aber auch weggelassen werden:

Mit dem Finger auf Leute zu zeigen[,] gilt als unhöflich.
Den ganzen Tag zu arbeiten[,] macht hungrig.
Kommas richtig zu setzen[,] ist nicht immer einfach.
Die Elekotromobilität effektiv zu fördern[,] ist ein wichtiger Schritt bei der Reduktion der CO2-Emissionen.

Ihr Satz ist aber nicht ganz gleich formuliert. Er zeigt, dass es natürlich wieder ein Aber gibt: Wenn ein erweiterter Infinitiv Subjekt des Satzes ist und vor dem Verb steht, kann er auch ohne zu verwendet werden. Er zählt dann nicht zu den Infinitivgruppen, die in der Rechtschreibregel gemeint sind, und kann nicht durch ein Komma abgetrennt werden. Ohne zu heißt hier auch ohne Komma:

Mit dem Finger auf Leute zeigen gilt als unhöflich.
Den ganzen Tag arbeiten macht hungrig.
Kommas richtig setzen ist nicht immer einfach.

Und damit sind wir endlich auch bei Ihrem Satz, der ohne Komma geschrieben wird:

Die Elekotromobilität effektiv fördern ist ein wichtiger Schritt bei der Reduktion der CO2-Emissionen.

Es ist wirklich nicht immer einfach, Kommas richtig zu setzen! Und warum die Infinitivgruppe im vorhergehenden Satz durch ein Komma abgetrennt werden muss, lesen Sie hier (resp. §75.3 der amtl. Rechtschreibregelung).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

1 Kommentar

  1. Pat schreibt:

    April 23, 2016 um 23:19

    (Fehlt ein „k“ im letzten Satz?)